Gestern Abend war ich mit Micha und Nele auf einem gemütlichen Last-Minute-Konzert von Amanda Palmer!
Die gute Frau ist eine Hälfte der Dresden Dolls und hat letztes Jahr ihr Soloalbum „Who Killed Amanda Palmer“ veröffentlicht. Organisiert wurde des Ganze von all2gethernow und fand in der Münze Berlin, in der Nähe des roten Rathauses statt. Der Eintritt war technisch kostenlos, man musste also keine Tickets kaufen, sondern konnte nach eigenem Ermessen für die Künstler spenden. Eine tolle Idee, so kann jeder selbst entscheiden, wie viel ihm die Veranstaltung wert ist.
Die anderen Künstler fand ich nicht sooo berauschend. Da waren ein mal Siva, bzw. ein Drittel davon, technisch nicht schlecht, aber eher langweilig und die deutsche Band Voltaire (wir hatten eigentlich einen anderen Künstler mit dem Namen erwartet). Netter deutschsprachiger Indie, aber vom Hocker gerissen hat mich das auch nicht.
Aber selbst wenn bis dahin alles wirklich scheiße gewesen wäre, hätte Amandas Auftritt das wieder wett gemacht. Nachdem sie vor Beginn ihrer Show schon sich schminkend auf dem Herrenklo gesichtet wurde, begann das Konzert mit einem kurzen Auftritt von Kim Boekbinder von Vermillion Lies, die Amanda auch zwischendurch noch unterstützte.

Amandas Gig startete mit einer Ukulelen-Version von Radioheads „Creep“ und ging dann mit „Astronaut“ gleich in die Vollen.
Da die Bühne fast ebenerdig war und so im Grunde außer der ersten Reihe niemand etwas sehen konnte, wurden die vorderen Reihen gebeten, sich hinzusetzten, was zwar Anfangs etwas beengend war, aber im Grunde eine sehr intime und gemütliche Atmosphäre schuf. Ist aber auch nicht so schwer bei schätzungsweise 200 Leuten.
Die Künstlerin hat sich mächtig ins Zeug gelegt und neben Stücken vor ihrem Soloalbum, wie z.B. „Ampersand“ oder „Oasis“ auch einige The Dresden Dolls Klassiker wie „Coin-Operated Boy“, „Missed Me“ und „Sex Changes“ und ein Cover von „Eisbär“ gespielt.
Zwischendurch fragte sie im Publikum nach einer Ausgabe ihres Buches „Who Killed Amanda Palmer“, ein Photoband mit Geschichten von Neil Gaiman. Der Herr war auch anwesend (er hat heute eine Lesung in Hamburg, weshalb sie eh grade in Deutschland unterwegs sind) und ließ sich von Amanda überreden, einen kurzen Ausschnitt vorzulesen. Eine tolle Geschichte, ein wundervoller Schreibstil und eine Vorlesestimme zum Dahinschmelzen. Ich denke, ich werde mir das Buch demnächst kaufen.

Als musikalischen Abschluss gaben Kim und Amanda eine sehr minimierte aber wunderschöne Version von „Such Great Heights“ von The Postal Service zum Besten, bevor sie unter lang anhaltendem Applaus die Bühne verließen. Als kurze Zugabe folgte dann noch „Runs In The Family“ bevor das Konzert endgültig vorbei war.
Direkt im Anschluss gab es noch eine kleine Autogrammstunde von Neil Gaiman, Amanda Palmer und Kim Boekbinder und als alle zufriedengestellt waren, unterhielt sich Amanda noch mit ein paar Gästen und erklärte sich bereit, Bilder zu machen.
Auf ein Autogramm habe ich verzichtet, da ich mich gut genug kenne, um zu wissen, dass ich es verlieren würde, aber Nele war so nett und har ein Bild von uns gemacht. Der Abend wird mir auf jeden Fall im Gedächtnis bleiben.

Ach ja, die Cupcake-Affäre:
In Berlin gibt es Läden, die sich auf solche Leckereien spezialisiert haben und meine liebe Mitbewohnerin war am Mittwoch dort zum Schachspielen verabredet. Sie hat mir einen sündhaft gut schmeckenden Himbeer-Cupcake mitgebracht. Pures Gift für die Hüften aber soooooooo lecker. Ich hoffe, ich finde nie raus, wo dieser Laden ist.
