• Abgeschnitten von der Außenwelt

    Naja, nicht ganz... über's Handy bin ich weiter erreichbar, aber wir haben vorläufig kein Internet und Festnetz mehr.
    Es dauert hoffentlich nicht all zu lange, bis dahin wundert euch bitte nicht, wenn es hier unregelmäßig weitergeht.

    Grüße aus Berlin

  • Im Osten nichts Neues? — Doch, eine neue Leidenschaft

    Im Grunde genommen war die letzte Woche gar nicht so spektakulär, aber ein paar Bilder und Infos gibt es trotzdem.

    Am Dienstag war ich mit Nele unterwegs um Stoffe zu kaufen und Vorhangstangen für sie.
    Letzteres haben wir nicht besorgt, dafür aber jede Menge anderen Unsinn und einen russischen Wäscheständer für mich (warum auch immer der nur halb so viel kostete wie die gleichen Modelle mit anderem Aufdruck...).

    Eduard von Schlotterstein

    Seit Donnerstag ist unsere kleine WG-Familie wieder komplett, da unser Moppelchen Eduard von Schlotterstein vom Tierarzt entlassen wurde. Es geht ihm auch wieder bedeutend besser und er ist richtig verschmust.

    Poi

    Am Freitag habe ich die letzten Sonnenstrahlen genossen und war mit Micha im Mauerpark,  allerdings im bepflanzten Teil direkt an der Max-Schmeling-Halle.
    Nachdem ich sie Donnerstag genäht und fast meine Einrichtung zertrümmert hätte, wollte ich meine neuen Poi im Freien testen. Poi kommen aus Neuseeland und es bedeutet in der Sprache der Maori etwa so viel wie „Ball an Schnur“.
    Was anderes ist es im Grunde auch nicht, die Kunst liegt darin, die beiden Poi in möglichst eleganten Figuren zu schwingen.
    Mit im Bild: Die bereits erwähnte Sarouel-Hose. Zumindest der Prototyp, am Schnitt wird noch gefeilt.

    Ich habe am Donnerstag schon einige Übungen in meinem glücklicherweise großen Zimmer ausprobiert, aber ohne Möbel in Reichweite klappt das dann doch besser:
    (Entschuldigt die vielen Bildfehler, meine Kamera spinnt leider etwas rum)

    Für die ersten Versuche bin ich ganz zufrieden. Leider sind mir die Poi am Sonntag beim Mauerparkflohmarkt bzw. anschließendem „Auf-Der-Wiese-Rumlungern” kaputt gegangen, aber das lässt sich schnell reparieren.
    Wir waren auch nicht die einzigen mit Jonglageartikeln, im Grunde ist die ganze Wiese ein großer Zirkus.
    Jetzt ist das gute Wetter wohl erst mal vorbei und wir müssen uns auf Jonglieren in geschlossenen Räumen beschränken. die Poi lass ich dabei lieber verpackt.

    Hier Bilder von mir und meinen neuen Freunden und der Kette, die Micha für mich gebastelt hat. Passend zum Hippie-Outfit ;)

    AffergremlinsKette von Micha

    Heute habe ich mit meinem neuen Pürrierstab den Herbst eingeläutet und jede Menge Kartoffelsuppe gekocht. Bei dem Schmuddelwetter war das auch genau das Richtige. Den „Summer in the City“ habe ich verpasst, bzw. nur noch die letzten Ausläufer erlebt.
    Abends war ich kurz in einer Cocktailbar nicht weit von unserer Wohnung, die Verstärkung sucht und habe für Freitag einen Termin zur Probearbeit ausgemacht. Ihr müsst dann also alle fleißig die Daumen drücken, dass ich mich nicht zu blöd anstelle.  ;)

    Und falls bis dahin nichts Spannendes mehr passiert, schaffe ich es vielleicht endlich mal Bilder von der Wohnung zu machen.

  • Ein Sonntag im Mauerpark

    Mein Wochenende war eher ruhig, am Freitag bin ich einfach schon früh schlafen gegangen und am Samstag war ich bei einem Freund wegen eines DVD-Abends (wir haben „96 Hours“ und „Matando Cabos“ geguckt).

    Am Sonntag war ich dann mit Nele, Micha und Stefan im Mauerpark. Dieser Park ist im Gegensatz zu den meisten anderen Grünflächen Berlins nicht wirklich bepflanzt, sondern man kann mal so richtig weit gucken.
    Wie der Name schon vermuten lässt, liegt der Park direkt an den Überresten der Mauer und seine Fläche war ehemals der sogenannte Todesstreifen.

    Flohmarkt

    Seit einiger Zeit findet hier jeden Sonntag (auch im Winter) ein großer Flohmarkt statt. Die wenigsten Händlier sind gewerblich, sondern wirklich noch Studenten und andere Privatpersonen, die wirklich alles für wenig Geld verkaufen. Neben dem typischen Flohmarkttrödel findet man auch T-Shirts junger Designer und andere Künstler, die ihre Werke feilbieten.

    Wer möchte, kann sich auch auf dem Gelände mit tollem Essen versorgen. Neben klassischen Würstchenbuden gibt es einige ausgefallene Gerichte, viele davon vegetarisch oder soger vegan.
    Die Mauersegler-Bar und das Schönwetter laden zum Verweilen ein und wir haben auch zwischendurch eine nötige Pause gemacht.

    Flohmarkt

    Nachdem wir den Großteil des Flohmarktes abgeklappert und auch ein paar Schätzchen gekauft hatten, haben wir uns dann noch auf den offenen Teil des Geländes begeben und auf die Wiese gesetzt.
    Von unserem Platz aus hatten wir einen guten Blick auf die Freilichtbühne und somit die Mauerpark-Karaoke.
    Eine Person steht zwar in der Mitte und hat ein Mikrofon, aber im Grunde singt von der Tribüne aus jeder mit. An manchen Tagen kann man den Gesang fast bis zu uns hören.

    Karaoke

    Hier noch Bilder von dem „interessanten“ Bilderrahmen (inklusive Bild), den wir für unseren Flur gekauft haben und der kleinen Brosche, die jetzt meine Tasche ziert:

    BildBlumenbrosche

    Außerdem haben wir alle uns in sogenannte Sarouel-Hosen verliebt, die viele Leute trugen und die man an einigen Ständen kaufen konnte. Aber kaufen ist langweilig, wenn man sowas auch selber machen kann. Ich bin also grad im Sarouel-Näh-Fieber.

    Gestern habe ich ein Konto bei der Berliner Sparkasse eingerichtet und warte jetzt auf die Unterlagen, damit ich nächsten Monat auch meine Miete überweisen kann. Heute habe ich noch ein paar Sachen an meinen Wänden angebracht usw., ich fühle mich hier schon richtig wohnlich. Nur Vorhänge und ein richtiger Kleiderschrank fehlen noch.

    Jetzt werde ich aber auch mal ins Bett huschen, für morgen habe ich mir viel vorgenommen. Gute Nacht!

  • Amanda Fucking Palmer und der Cupcake des Todes

    Gestern Abend war ich mit Micha und Nele auf einem gemütlichen Last-Minute-Konzert von Amanda Palmer!

    Die gute Frau ist eine Hälfte der Dresden Dolls und hat letztes Jahr ihr Soloalbum „Who Killed Amanda Palmer“ veröffentlicht. Organisiert wurde des Ganze von all2gethernow und fand in der Münze Berlin, in der Nähe des roten Rathauses statt. Der Eintritt war technisch kostenlos, man musste also keine Tickets kaufen, sondern konnte nach eigenem Ermessen für die Künstler spenden. Eine tolle Idee, so kann jeder selbst entscheiden, wie viel ihm die Veranstaltung wert ist.

    Die anderen Künstler fand ich nicht sooo berauschend. Da waren ein mal Siva, bzw. ein Drittel davon, technisch nicht schlecht, aber eher langweilig und die deutsche Band Voltaire (wir hatten eigentlich einen anderen Künstler mit dem Namen erwartet). Netter deutschsprachiger Indie, aber vom Hocker gerissen hat mich das auch nicht.

    Aber selbst wenn bis dahin alles wirklich scheiße gewesen wäre, hätte Amandas Auftritt das wieder wett gemacht. Nachdem sie vor Beginn ihrer Show schon sich schminkend auf dem Herrenklo gesichtet wurde, begann das Konzert mit einem kurzen Auftritt von Kim Boekbinder von Vermillion Lies, die Amanda auch zwischendurch noch unterstützte.

    Amanda Palmer live

    Amandas Gig startete mit einer Ukulelen-Version von Radioheads „Creep“ und ging dann mit „Astronaut“ gleich in die Vollen.
    Da die Bühne fast ebenerdig war und so im Grunde außer der ersten Reihe niemand etwas sehen konnte, wurden die vorderen Reihen gebeten, sich hinzusetzten, was zwar Anfangs etwas beengend war, aber im Grunde eine sehr intime und gemütliche Atmosphäre schuf. Ist aber auch nicht so schwer bei schätzungsweise 200 Leuten.

    Die Künstlerin hat sich mächtig ins Zeug gelegt und neben Stücken vor ihrem Soloalbum, wie z.B. „Ampersand“ oder „Oasis“ auch einige The Dresden Dolls Klassiker wie „Coin-Operated Boy“, „Missed Me“ und „Sex Changes“ und ein Cover von „Eisbär“ gespielt.

    Zwischendurch fragte sie im Publikum nach einer Ausgabe ihres Buches „Who Killed Amanda Palmer“, ein Photoband mit Geschichten von Neil Gaiman. Der Herr war auch anwesend (er hat heute eine Lesung in Hamburg, weshalb sie eh grade in Deutschland unterwegs sind) und ließ sich von Amanda überreden, einen kurzen Ausschnitt vorzulesen. Eine tolle Geschichte, ein wundervoller Schreibstil und eine Vorlesestimme zum Dahinschmelzen. Ich denke, ich werde mir das Buch demnächst kaufen.

    Neil Gaiman und Amanda Palmer

    Als musikalischen Abschluss gaben Kim und Amanda eine sehr minimierte aber wunderschöne Version von „Such Great Heights“ von The Postal Service zum Besten, bevor sie unter lang anhaltendem Applaus die Bühne verließen. Als kurze Zugabe folgte dann noch „Runs In The Family“ bevor das Konzert endgültig vorbei war.

    Direkt im Anschluss gab es noch eine kleine Autogrammstunde von Neil Gaiman, Amanda Palmer und Kim Boekbinder und als alle zufriedengestellt waren, unterhielt sich Amanda noch mit ein paar Gästen und erklärte sich bereit, Bilder zu machen.
    Auf ein Autogramm habe ich verzichtet, da ich mich gut genug kenne, um zu wissen, dass ich es verlieren würde, aber Nele war so nett und har ein Bild von uns gemacht. Der Abend wird mir auf jeden Fall im Gedächtnis bleiben.

    Amanda Palmer & Ich

     

    Ach ja, die Cupcake-Affäre:
    In Berlin gibt es Läden, die sich auf solche Leckereien spezialisiert haben und meine liebe Mitbewohnerin war am Mittwoch dort zum Schachspielen verabredet. Sie hat mir einen sündhaft gut schmeckenden Himbeer-Cupcake mitgebracht. Pures Gift für die Hüften aber soooooooo lecker. Ich hoffe, ich finde nie raus, wo dieser Laden ist.

    Cupcake

  • Ein Blick in die Umgebung

    So viel habe ich selber noch nicht unternommen, aber bei den Wegen zum Einkaufen etc. gibt es auch schon einiges zu sehen.
    Das auffälligste Gebäude in meiner Umgebung ist wohl das Zeiss-Grossplanetarium an der Prenzlauer Allee:

    Zeiss Grossplanetarium

    Die Eintrittspreise sind gar nicht so hoch und es scheint interessante Veranstaltungen zu geben. Werde ich mir bei Gelegenheit also auch von Innen anschauen.

    Fast gegenüber ist der S-Bahnhof Prenzlauer Allee, von wo aus man unter anderem die Ringbahn kapern kann, welche, wie der Name schon sagt, im Kreis um Berlin herum fährt. Von der Brücke links neben dem Gebäude hat man den typischen Blick auf Bahnsteig und Gleise. Dieser Anblick begegnet einem hier häufig.

    Prenzlauer AlleeGleise Prenzlauer Allee

    Apropos häufig: An jeder Straßenecke findet man sogenannte Spätis (Abk. für Spätkauf), was im Grunde sowas wie ein Kiosk ist. Die meisten Spätis haben bis in die Nacht auf und man kann auch Lebensmittel kaufen, falls man das tagsüber vergessen hat ;-)

    Das ist „unser“ Späti, also der, der am nächsten dran ist. Hier kann man auch Eier kaufen um nachts Plätzchen zu backen, wie Montag ;)

    Späti

  • Halleluja Berlin!

    So, mein Hals-Über-Kopf-Umzug ist gut gelaufen und ich bin heile angekommen. Beim Schleppen etc. hatte ich unglaublich tolle Helfer, vielen Dank nochmal dafür!
    Die meisten Möbel stehen schon und die Kartons sind auch zum Großteil ausgepackt. Nur meine Klamotten etc. fristen noch ihr trauriges Mülltütendasein. Erst mal werde ich sie wohl in Umzugskartons lagern und mir dann hoffentlich bald einen Kleiderschrank besorgen. Ich kann wahrscheinlich einen von einem Freund bekommen, weiß aber noch nicht, wie das Teil aussieht und wie groß es ist.

    Der PC steht natürlich schon, Internet habe ich aber noch nicht, da meine Vormieterin die Zugangsdaten mitgenommen hat. Ich habe zwar ein langes LAN-Kabel und wegen der Katzen steht die Tür eh meistens auf, aber mit Kabel kann ich meine Tür gar nicht mehr schließen, deshalb wird in Zukunft alles über einen W-LAN-Stick laufen. Zwischendurch darf ich an den PC meines Mitbewohners Micha, aber bei mir geht eben noch nichts. (Anm.: Sobald dieser Eintrag online ist, habe ich offensichtlich Zugang zum Internet, geschrieben wurde er aber schon vorher ;-) )

    Apropos Mitbewohner: Da wären neben Micha (20), der demnächst erst mal Zivildienst leisten muss, noch Nele (21), die zur Zeit bei H&M im Alexa jobbt und nach einem Praktikumsplatz an einem Theater sucht, um nächstes Jahr Theaterwissenschaften zu studieren, und natürlich die beiden Flauschekater.

    MichaGabriel von und zu MauzNele

    Der neugierige schwarze Kerl heißt Gabriel von und zu Mauz (kurz Gabi) und der getigerte Fellball (Foto folgt) ist Eduard von Schlotterstein (Eduardo/Eddi). Gabi ist sehr kuschelbedürftig und schaut gerne zu, wenn irgendjemand hier werkelt. Eddi ist etwas schüchternen und liegt die meiste Zeit unter einem Schrank. Gelegentlich kommt aber auch er raus und holt sich seine Streicheleinheiten ab, also machen wir uns da noch keine Sorgen drüber. Leider haben die beiden wegen des Tierheimstresses schlechte Nierenwerte und müssen momentan mit Spezialfutter gefüttert werden, aber das bekommen wir zum Einkaufspreis im Tierheim Berlin. Außerdem niesen die beiden viel, weswegen Micha und Nele grade mit ihnen beim Tierarzt sind. Vermutlich liegt das aber auch nur am Stress und Trubel, den die beiden mitmachen mussten. (Nachtrag: Eddi bleibt erst mal eine Woche beim Tierarzt, da er täglich gespritzt werden muss und wir nicht täglich fahren können. Er hatte Fieber usw., weshalb er sich wohl auch in den letzten Tagen so zurückgezogen hat.)

    Hier schon mal Bilder vom Ausblick vom Balkon, links und rechts die Wichertstraße entlang. Gegenüber liegt eine Sporthalle und schräg rechts ist der internationale Kindergarten. In der Straßenmitte ist eine lange Insel mit Schotterweg, Parkbänken und viel Grün, wovon es in Berlin überhaupt ziemlich viel gibt:

    Ausblick linksAusblick rechts

    Am Gasherd habe ich mich schon versucht, Dosensuppen aufwärmen geht. Gleich wage ich mich mal an den Ofen um mir eine Pizza zu backen. Hoffentlich klappt das halbwegs. Ich habe bei Chefkoch.de schon Tipps gelesen, in denen es heißt, man sollte die Ofentür mit einem Kochlöffel etc. aufsperren lassen, wegen der Feuchtigkeit. Wegen der fehlenden Oberhitze soll (Über-)backen allgemein nicht so toll klappen.

    Samstag war ein gemeinsamer Freund hier um mit Micha noch eine Szene für einen Film zu drehen und abends war ich mit Nele und ihrem Freund Stefan auf der Biomechanik im Kato. Eigentlich wollten wir in die Maria am Ostbahnhof, aber dort war irgendein Jubiläum und der Eintritt war uns einfach zu teuer. Wir waren dann ca. drei Stunden im Kato in Kreuzberg, quasi direkt unter der S-Bahn am Schlesischen Tor, zum Tanzen und sind gegen 4 Uhr erschöpft in unsere Betten gefallen. Wohnungsdetails und Bilder von der hübschen Stuckdecke folgen demnächst, jetzt geht es erst mal auf Jobsuche.


    Liebe Grüße aus der Hauptstadt!

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